Am Lindenplatz
Wohnquartier, Berlin Lichtenberg
In Berlin Lichtenberg werden zwei nachhaltige Wohngebäude mit insgesamt knapp 300 Wohnungen und Gewerbeeinheiten realisiert.
Der Entwurf denkt die Zwischenräume der umliegenden Zeilenbauten weiter und schafft durch die Anordnung zweier Z-förmiger Gebäude, deren höchstes Bauteil knapp unter der Hochhausgrenze bleibt, differenzierte städtische Räume mit hoher Aufenthaltsqualität und klaren Raumkanten: im Südwesten den nach Süden geöffneten Platz mit dichtem Baumbestand, im Zentrum den allseitig gefassten neuen Lindenplatz und im Nordosten den zweiseitig baumgesäumten Platz vor dem neuen Hochhaus und der Kita.
Durch die allseitige Orientierung der Gebäude profitieren sie einerseits auf ideale Weise von der jeweiligen Lagegunst, andererseits tragen sie durch ihre Maßstäblichkeit und Gliederung dazu bei, hochwertige öffentliche Orte zu definieren – es gibt keine Giebelwände, keine Rückseiten.
Vorgesehen ist eine ökologische Holzhybrid-Bauweise mit Außenwänden aus Holztafelelementen. Die Fassaden aus Thermo-Holz sind durch die thermische Behandlung besonders dauerhaft und schwer entflammbar gem. BauOBln. So kann auf nicht brennbare Außenbekleidungen wie z. B. Metall verzichtet werden. Damit handelt es sich um das erste Projekt dieser Größenordnung in Deutschland, das mit einer reinen Holzfassade ausgeführt wird.
Eine nachhaltige Wärmeerzeugung sowie ein intelligentes Wassermanagement tragen zur Zukunftsfähigkeit des Bauvorhabens bei: Zwei hocheffiziente Wärmepumpen bilden das Herzstück der Wärmeerzeugung. Über ein Nahwärmenetz wird die Wärme auf kurzem Wege direkt in die Neubauten geleitet.
Das Projekt weist ein sehr niedriges Global Warming Potential (GWP) auf. Sein GWP-Wert liegt deutlich unter den Grenzwerten des Gold-Standards, wodurch es zu den besonders klimafreundlichen Neubauten zählt.
Der Entwurf zeigt, wie nachhaltige Mobilität im Alltag umgesetzt werden kann. Das „10-Minuten-Quartier“ bietet sichere Fuß- und Radwege und fördert das Fahrrad als vollwertiges Verkehrsmittel, unter anderem durch 500 Fahrradstellplätze und verschiedene Sharing-Angebote. In Kombination mit einem ÖPNV der Güteklasse A ermöglicht das Mobilitätskonzept den meisten Bewohner:innen, im Alltag auf ein eigenes Auto zu verzichten.
So entsteht ein lebendiges Quartier mit hoher Lebensqualität, das maßgeblich zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beiträgt.